Liepe - Barnim

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Freitag, 26. Juni 2009 um 20:56 Uhr
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Förderverein Dorfkirche Liepe e.V.
Die Kirche im Wandel der Zeit
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Die kleine Dorfkirche von Liepe bei Eberswalde (Barnim) kann sich so, wie sie da steht, nicht messen an jenen ehrwürdigen Gotteshäusern, die schon Jahrhunderte auf dem Feldsteinsockel haben. Sie ist gerade erst rund fünfzig Jahre alt - aber eben deshalb auch etwas Besonderes: Wie viele Kirchen gibt es schon, die in DDR-Zeiten neu gebaut wurden?

Sie ist bereits das vierte Gotteshaus das an dieser Stelle seit der Zerstörung der ersten Dorfkirche im Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut wurde. Damit hat die Kirche im Mittelpunkt dieses immerhin bald 750 Jahre alten Dorfes also doch eine über 350 Jährige Geschichte. Dorfkirche Liepe (2009)
Wenige Jahre nach dem ersten Wiederaufbau erhielt sie eine Glocke von Martin Heinze aus Berlin. 1713 wurde die Kirche im Fachwerkstil ganz erneuert. In den Folgejahren haben die Lieper ihre Kirche immer wieder renoviert, aber auch vergrößert, so mit dem Anbau von Chören und dem Einbau von zwei weiteren Glocken. Zwischen 1868 und 1872 erhielt die Kirche einen Turm mit Welscher Haube, vergoldetem Turmknopf und, eingedenk der Fischertradition des Ortes, eine Wetterfahne mit Karpfen, dem Wappentier von Liepe. Auch das Kruzifix stammt aus dem 19. Jahrhundert.
1925 wurde vor der Kirche der große Gedenkstein für die Gefallenen dreier Kriege errichtet, der erst vor kurzem vom Förderverein Dorfkirche Liepe e.V. unter tatkräftiger Mithilfe der Lieper und anderer Bürger liebevoll restauriert wurde.

Am 3. Januar 1944, genau 300 Jahre nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg brannte die Kirche nieder. Kirche LiepeDer Glockenturm wurde 1949, die Kirche selbst erst 1951 bis 1954 wieder erbaut; die in den Fünfzigerjahren angebrachte Glocke ist eine Stiftung der Maria - Magdalenen  Gemeinde zu Eberswalde. Die Pläne des vierten Neubaus stammen von dem Berliner Kirchenbaurat Wendland. Dass die Kirche in diesen schwierigen Zeiten überhaupt wieder mit tatkräftiger Hilfe zahlreicher Organisationen und Bürger und zum Teil mit örtlichen Mitteln und größtenteils örtlichen Unternehmen wieder aufgebaut werden konnte, legt Zeugnis ab vom besonderen Engagement der Lieper Einwohnerschaft.

Liepe hatte noch nie eine eigene Pfarrstelle besessen. Seit den Siebzigerjahren sind die Kirchengemeinden Liepe und Niederfinow zu einer Kirchengemeinde mit Sitz in Niederfinow zusammengeschlossen. Die zeigt mangels Bedarf nur noch wenig Interesse an der Erhaltung des Bauwerkes - im Gegensatz zu den Einwohnern von Liepe und ihrem Förderverein, die ihre Kirche auch als Dorfmittelpunkt und als ein Zentrum des öffentlichen Lebens erhalten wollen. Die langfristige Nutzung der Kirche durch den Förderverein und die Lieper Bürger wäre in Liepe jedenfalls garantiert.

 



Aktualisiert ( Sonntag, 20. Dezember 2009 um 21:43 Uhr )
 
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